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pmg - Pressedienst Medizin Gesundheit |
Datum: 23.02.2026
Fetter Käse und Sahne können Demenzrisiko senken
Lund (Schweden) Ältere Erwachsene, die bei einer Befragung einen höheren Verzehr von Käsesorten mit einem hohen Fettanteil oder von Sahne angegeben hatten, erkrankten in den folgenden 25 Jahren seltener an einer Demenz. Die Auswertung stammt aus Lund in Schweden und basiert auf Daten von fast 28.000 Erwachsenen. Die Teilnehmer waren im Schnitt 58 Jahre alt bei Beginn der Beobachtung. Für fettarmen Käse und andere Milchprodukte fanden die Wissenschaftler keine schützenden Auswirkungen.
Langjährige Ernährungsempfehlungen werden damit in Frage gestellt. Milchprodukte mit hohem Fettgehalt über 20 Prozent wie Cheddar, Brie oder Gouda, auch Sahne mit 30 bis 40 Prozent, flossen in die Analyse ein.
Personen mit einem täglichen Verzehr von mindestens 50 Gramm fettreichem Käse erkrankten seltener an Demenz. Ihr Risiko lag um 13 Prozent niedriger als bei Menschen, die weniger als 15 Gramm pro Tag aßen. Umgerechnet entsprechen 50 Gramm etwa zwei Scheiben Schnittkäse. Auch bei Sahne zeigte sich ein ähnlicher Zusammenhang. Wer täglich mindestens 20 Gramm verzehrte, hatte ein um 16 Prozent geringeres Demenzrisiko.
Die Studienautorin Emily Sonestedt von der Universität Lund äußert sich: „Unsere Studie ergibt, dass einige fettreiche Milchprodukte das Demenzrisiko senken können und damit langjährige Annahmen über Fett und Gehirngesundheit infrage stellen.“
Bei Alzheimer zeigte sich ebenfalls ein geringeres Risiko; allerdings nur bei Menschen ohne das APOE-e4-Gen. Dieses Gen gilt als genetischer Risikofaktor für Alzheimer. Bei Trägern dieser Variante ließ sich kein vergleichbarer Zusammenhang feststellen. Die Ergebnisse unterstreichen, wie stark Ernährung und individuelle Voraussetzungen zusammenspielen.
Sonestedt mahnt daher zur Zurückhaltung bei der Interpretation. „Diese Studie beweist nicht, dass fettreicher Käse oder Sahne vor Demenz schützen. Sie zeigt lediglich einen Zusammenhang“, erklärt sie. (Quellen: neurology.org/doi/10.1212, Deutsches Ärzteblatt, Frankfurter Rundschau, Dezember 2025 und Januar 2026)
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