pmg - Pressedienst Medizin Gesundheit

Datum: 16.04.2026

Steigerung verbaler Misshandlung an Kindern, körperliche rückläufig

Liverpool (UK). Um Kindesmisshandlungen zu begegnen, sollte das Augenmerk auf körperliche wie verbale Gewalt gerichtet sein. Ohne entsprechende Unterstützung und ohne ein öffentliches Bewusstsein für die Schäden, die durch verbale Misshandlung von Kindern verursacht werden, „besteht die Gefahr, dass Maßnahmen zur Reduzierung körperlicher Bestrafung dazu führen, dass lediglich eine Form schädlicher Misshandlung durch eine andere ersetzt wird – mit gleichermaßen langfristigen Folgen“, schreibt das Team um Mark A. Bellis von der Liverpool John Moores University, United Kingdom.
Werden Kinder körperlich oder verbal misshandelt, so haben sie im Erwachsenenalter eine um rund fünfzig Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für ein geringeres psychisches Wohlbefinden.
Eine verbale Misshandlung liegt vor, wenn jemand Worte benutzt, um eine Person anzugreifen, zu dominieren, lächerlich zu machen, zu manipulieren und/oder herabzuwürdigen. Sie dient oft dazu, Kontrolle auszuüben und Macht über die betroffene Person aufrechtzuerhalten.
Die Forschenden kombinierten Daten aus sieben Studien mit 20.687 Teilnehmenden, in denen Kindesmissbrauch in England und Wales untersucht wurde. Alle Erhebungsinstrumente der Studie basierten auf Selbstberichten. Körperliche Gewalt gegen Kinder ging demnach ab den 2000er Jahrgängen von zwanzig auf zehn Prozent zurück – verbale stieg dagegen von zehn auf zwanzig Prozent. (Quellen: Deutsches Ärzteblatt, British Medical Journal-BMJ)

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